Jesus stirbt - Kinderkirche 1/21

 Und dann kam der schlimmste Tag von allen. Wir denken auch heute immer noch an diesen Tag. Wir nennen ihn „Karfreitag“. An Karfreitag sind viele Dinge passiert, die die Jünger sehr traurig gemacht haben. Es war früh am Morgen, als die Soldaten Jesus aus dem Gefängnis geholt haben. Zu Fuß sind sie losgegangen zum Hügel Golgatha. Dort sollte Jesus gekreuzigt werden. Jesus wusste, dass er sterben würde. Er hatte schon viel erleiden müssen. Deshalb war seine Kraft nur noch klein. Trotzdem haben ihn die Soldaten gezwungen, seinen Kreuzbalken selbst nach Golgatha zu tragen. Das war gemein von ihnen, denn dieser Kreuzbalken war sehr schwer. Irgendwann konnte Jesus dann nicht mehr. Ein anderer Mann, Simon von Kyrene, hat den Kreuzbalken für ihn weiter getragen. Als sie auf dem Hügel Golgatha abgekommen waren, hatte Jesus Durst,. Die Soldaten gaben ihm zu trinken. Aber sie meinten es nicht gut mit Jesus, deshalb haben sie ihm etwas Bitteres in das Getränk gemischt. Da konnte Jesus es nicht trinken. Dann haben die Soldaten Jesus gekreuzigt. Und mit ihm noch zwei weitere Männer. Das waren Räuber. Die Soldaten haben Jesus die Kleider weggenommen. Sie haben ein Würfelspiel gespielt und seine Kleider so unter sich verteilt. Dann haben sie auf ein Schild die Buchstaben I-N-R-I geschrieben. Das war eine Abkürzung für die lateinischen Worte: Jesus von Nazareth, König der Juden. Sie haben das Schild an das Kreuz gehängt. Jeder sollte wissen, wer Jesus war und was ihm vorgeworfen wurde.

Viele Menschen kamen vorbei. Sie haben Jesus gesehen und über ihn gelacht. Sie haben Jesus zugerufen: „Jesus, wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann komm doch runter vom Kreuz.“ Und auch die Räuber, die mit Jesus gekreuzigt wurden, haben sich über ihn lustig gemacht. Manchmal hat Jesus noch ein paar Worte gesagt. Aber das war nicht gut zu verstehen. Noch einmal wollte er etwas trinken. Aber wieder haben die Soldaten ihm nur einen Schwamm mit Essig gegeben, der so bitter schmeckte. Wie gemein von ihnen. Und dann am Nachmittag, gegen drei Uhr, da hat Jesus gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ Das sind Worte aus einem alten Psalmgebet, das Jesus gut kannte. Und dann ist Jesus gestorben. Die Jünger waren fassungslos. Wie schrecklich! Wie traurig! Wie gemein. War jetzt wirklich alles vorbei? Konnte das denn sein? Und dann, plötzlich, kam ein großes Erdbeben, die Erde wackelte und sogar Felsen sind zerbrochen. Und im Tempel zerriss ein Vorhang. Da rief der Hauptmann der Soldaten: „Er war wirklich Gottes Sohn!“ Später wurde Jesus in ein Grab gelegt. Und ein paar Frauen verabredeten sich: Am übernächsten Tag wollten sie in aller Frühe wieder ans Grab gehen…Aber das ist eine andere Geschichte. nicht die von Karfreitag. Da wurde dann alles anders.

Es ist Karfreitag. Der dunkelste Tag des Jahres. Der Tag, an dem Gott stirbt. Wir sind da. Zusammen -wenn auch an unterschiedlichen Orten. Zusammen, im Glauben, im Angst-Haben, im Hoffnung-Haben. Wir sind zusammen in Gottes Namen. Amen

EG 91 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

Gebet:

Gott, ich bin hier. Ich bete zu Dir. Mit anderen, die zu Dir beten. Genau jetzt. Genau so. Und ich bringe Dir alles, was ist. Stille Höre uns. Wir bitten dich: Sei nah. Amen

Kreuz – Holz – Holzkreuz

Manches Holz ist schon vermodert, manches Holz ist frisch geschlagen. Bei dem Kreuz, mit Blick zum Himmel, sammeln sich in diesen Tagen, Splitter der Erinnerung, Trauer, die wir in uns tragen. Mancher Zorn ist längst erloschen, mancher Zorn birgt neue Fragen. Bei dem Kreuz, mit Blick zum Himmel, lodern auf in diesen Tagen Funken der Erinnerung aus der Asche neue Klagen. Manches Wort schweigt in der Seele, manches Wort führt laute Klagen. Bei dem Kreuz, mit Blick zum Himmel, werden laut in diesen Tagen, Fetzen der Erinnerung, Schrecken, die noch Wunden schlagen. Mancher Trost ist tief verborgen, mancher Trost will Hoffnung wagen. Bei dem Kreuz, mit Blick zum Himmel, leuchten auf in diesen Tagen Träume der Erinnerung, Gottes Worte, die uns tragen. ( Lied: Manches Holz aus dem Strube Verlag)

Kreuze umgeben uns (von Britta)

Wir sehen Kreuze am Wegesrand und in unseren Wohnungen. Wir entdecken Kreuze in der Natur und in der Architektur. Kreuze der Hoffnungslosigkeit und die voller Hoffnung. Kreuze sind manchmal deutlich erkennbar und andere sind in Kleinigkeiten versteckt. Manche Kreuze begleiten uns lange, andere verlieren wir nach einem kurzen Augenblick aus den Augen.

Guter Gott, du bist am Wegesrand und in unseren Wohnungen. Wir entdecken dich in der Natur und in den Werken der Menschen. Du gehst mit uns durch die Hoffnungslosigkeit und schenkst uns Hoffnung. Manchmal bist du deutlich erkennbar und manchmal in Kleinigkeiten versteckt. Du begleitest uns ein Leben lang auch wenn wir dich ab und zu aus den Augen verlieren. Du umgibst uns. Danke.

Lied freiTöne 140 Dieses Kreuz, vor dem wir stehen 

 

Verstehen (2013)

Es ist der Abend des Karfreitag, damals in Jerusalem. Drei römische Soldaten sitzen um elf Uhr noch in einer Kneipe. Der hebräische Wirt bedient sie. Die Soldaten lärmen, streiten, ihnen bekommt der Wein nicht, sie fühlen sich nicht wohl. Eine Frage beschäftigt sie während ihrer Streitereien: Warum ist er nicht heruntergestiegen vom Kreuz? So erzählt es Ernest Hemingway in einer dialogischen Erzählung mit dem Titel „Heute ist Freitag“ (in: Die Stories). 

Als die Soldaten den hebräischen Wirt fragen, hören sie, dass den das Ganze überhaupt nicht interessiert. Umso mehr interessiert es die Soldaten. Immer wieder fragen sie: Warum ist er nicht heruntergestiegen vom Kreuz? Sie sagen sich: Es gibt doch keinen, der nicht herunter will vom Kreuz, wenn es ernst wird mit den Nägeln. Aber die Soldaten finden keine Antwort. Einer beruhigt sich mit den Worten: Das geht nicht, das gehört nicht zu seiner Rolle. In ihrer Ratlosigkeit trösten sie sich mit dem Satz: Der hat sich heute da recht ordentlich benommen. Zugleich bestätigen sich die Soldaten gegenseitig, dass sie sich gerade schlecht fühlen. Wie der Refrain in einem Lied wird der Satz von den Soldaten wiederholt: Der hat sich heute da recht ordentlich benommen. Es klingt wie die höchste Auszeichnung, die die Soldaten in ihrer Sprachlosigkeit zu vergeben haben. Sie sind nicht gefühllos geworden, sie verstehen nur nicht und können sich auch nicht ausdrücken. Wie so viele, die bis heute an jedem Karfreitag „unter dem Kreuz“ verweilen, schweigen, beten und verstehen wollen, warum das so sein musste und nicht anders sein konnte. Aber müssen wir denn überhaupt verstehen? Müssen wir Gott nicht Gott sein lassen und in Sprachlosigkeit und stillem Gebet hinnehmen, was da am Karfreitag in Jerusalem geschah? Wussten die Menschen damals, was genau geschah? Nein, sie wussten es nicht. Deswegen gingen viele schnell davon. Die wenigen, die „unter dem Kreuz“ blieben, verschlug es auch die Sprache. Mit Tränen, Gebeten und viel Schweigen hielten sie dem Stand, was sie nicht verstehen konnten. Wie wir es nicht können. Karfreitag ist der Tag des dunklen Gottes. Erst Ostern wird er es wieder hell machen. Bis dahin gilt: Aushalten, beten und schweigen, so schwer es auch fällt. Jedes Verstehen-Wollen Gottes ist auch der Versuch, ihn zu uns zu holen in unseren Verstand, ihn kleiner zu machen. Glauben heißt aber, Gott Gott sein zu lassen bei allem, was er tut oder lässt. (nach Ernest Hemingway (1899–1961), US-amerikanischer Schriftsteller

Eg 98 Korn, das in die ERde, in den Tod versinkt  

 

Der Augenblick des Verzeihens   Lukas 23,32-34

Wer zur Todesstunde Jesu kommt, will vor allem Stille. Stille um sich herum, Stille in sich. Es gibt jetzt nichts mehr zu tun. Das wussten wohl auch die Jünger, die sich schon vorher davonmachten. Entweder hatten sie Angst, körperlich in Mitleidenschaft gezogen zu werden, vielleicht misshandelt und gefangen zu werden. Oder sie fürchteten die seelische Mitleidenschaft und befürchteten, die Stille der Todesstunde Jesu nicht zu ertragen.  Wir sollten darüber nicht urteilen. Auch heute gibt es Menschen, die meinen, das Leiden anderer nicht auszuhalten. Entweder reden sie viel; oder sie reden sich und anderen vieles schön; oder sie sind einfach weg, weil sie nichts tun können und die Stille fürchten. – Wer aber zur Todesstunde Jesu kommt, will die Stille. Es gibt nichts mehr zu tun, außer auf den Herrn zu schauen und seine letzten Schritte und Gedanken zu teilen.  Wie auffällig ist es da, was Jesus in seinen letzten Augenblicken beschäftigt, wenn wir auf die Worte des Evangelisten Lukas hören 

"Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecherzur Hinrichtung geführt. So kamen sie zu der Stelle,die »Schädel« genannt wird.Dort kreuzigten sie Jesus und die beiden Verbrecher –den einen rechts, den anderen links von ihm. Aber Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen.Denn sie wissen nicht, was sie tun.« 

Während Jesus angenagelt wird, vergibt er. Er vergibt Menschen, die sich gar keiner Schuld bewusst sind, die ja nur einen Auftrag ausführen. Und er vergibt denen, die ihn dahin gebracht haben, wo er jetzt ist; die nie richtig darauf gehört haben, dass Jesus keinen Aufruhr will, sondern das Heil für alle. Hier stirbt ja kein politischer Anführer vieler Tausender Soldaten mit schweren Waffen, dem man mal schnell das Handwerk legen muss. Hier stirbt der Heiland der Welt, dessen Worte und Taten der Zuwendung und der Liebe heil machen wollen – uns heil machen wollen im Leben, das oft so viel Unheil bereit hat. Unheil, das wir uns und anderen bereiten oder das uns bereitet wird von Menschen, die nur ihren Willen kennen und ihn auch robust durchsetzen, ohne Rücksicht auf Verluste anderer. Uns also, liebe Gemeinde, die wir jetzt zur stillen Todesstunde Jesu gekommen sind und ein wenig heil werden wollen, sagt Jesus: Verzeiht!  Die Todesstunde Jesu ist der Augenblick des Verzeihens. Jesus hat oft zu verzeihen versucht; nun noch einmal. Er krönt sein Leben durch Verzeihen, auch wenn ihm das vielleicht nicht leicht fällt. Und sagt, uns zum Heil: Verzeiht. Krönt das Leben durch Verzeihen.Verzeihen ist kein Kleinreden oder Wegreden von Schuld. Schuld ist Schuld und ist schlimm. Verzeihen ist der Versuch, bei der Schuld möglichst nicht stehen zu bleiben; wieder einen Schritt weiterzukommen mit diesem einen Menschen oder den Menschen, die uns etwas angetan haben. Denen verzeihen wir schon zu Lebzeiten, wie Jesus in seiner Todesstunde verziehen hat und sich Frieden verschafft hat. Verzeihen schafft Frieden. Das hören und erkennen wir in der Stille der Todesstunde.Und nehmen es mit in unser Leben. Wir müssen nicht aufrechnen; wir können verzeihen. Verzeihen macht heil – uns und andere.  Michael Becker (WLP 2/21)

Fürbitte und Vater Unser (2020)

Jesus, hier sind wir. Es ist so ruhig und innerlich sieht es ganz anders aus, Unruhe und Ruhelosigkeit begleiten diese Tage. Vor dir denken wir an alle, die wir liebhaben, die wir gerne um uns hätten. Was tun sie gerade? Stille

Vor dir denken wir an die Kranken und Sterbenden, hier bei uns, in unserem Land, in Europa, in der Welt, in Krankenhäusern, in Lagern. Stille

Wir denken an alle, die helfen, die retten, die da sind. Mit so viel Wärme, Pflichtbewusstsein, Mut und Hoffnung. Stille

Wir denken an all das, was uns und andere bedrückt. Angst. Schuld. Das Gefühl, ohnmächtig zu sein, die Ungewissheit, Verzweiflung. Wir geben es dir, Jesus. Jetzt. Stille

Wir wissen nicht, was kommt. Aber wir beten, wie du, Jesus, es uns ans Herz gelegt hast: 

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Kyrie eleison - Herr, erbarme dich

Segen

Der unbegreifliche Gott erfülle dein Leben mit seiner Kraft, dass du entbehren kannst ohne hart zu werden,

dass du leiden kannst ohne zu zerbrechen, dass du Niederlagen hinnehmen kannst ohne dich aufzugeben,

dass du schuldig werden kannst ohne dich zu verachten, dass du mit Unbeantwortbarem leben kannst ohne die Hoffnung preiszugeben.

So segne dich der unbegreifliche Gott und stärke dich auf deinem Weg durch das Leben, jetzt und immer. Amen

 

(Musik: Gerhard und renate Schühle/ Textauswahl: Martina Stecher)

 

Musik bewegt
vom 1.-31.Mai läuft diese besondere Aktion in unserem Kirchenkreis. Erleben Sie aktiv den Frühling und tun Sie mit Ihrer Teilnahme etwas für die von der Corona-Krise schwer getroffene Kirchenmusik. Für ein Startgeld von 8,00 Euro sind Sie dabei und unterstützenden Posaunenchor in unserer Gemeinde. https://anmeldung-musik-bewegt.sportagentur-speed.de

Superintendentin Eva Hadem ermuntert: „Melden Sie sich einfach an, wählen Sie die Kirchengemeinde aus, die Sie unterstützen wollen, drucken Sie, wenn gewünscht,  ihre Startnummer aus und radeln, laufen, walken oder gehen Sie los." Die zurückgelegte Distanz kann von fünf Metern bis zu vielen Kilometern reichen. Tragen Sie die Distanz und die Zeit der Aktivität ein und laden gerne auch ein Selfie für die „Wall of Fame“ hoch. Hier kommen alle, die die Musik unterstützen, digital zusammen“. Gerne kann man sich auch mehrfach zu Aktivitäten anmelden. Der Erlös kommt der Musik der jeweiligen Gemeinde zu Gute.
Und natürlich ist das mit einem kleinen Wettbewerb verbunden, welche Kirchengemeinde wie viele Aktive mobilisieren kann. Zusammen gibt es zudem das Ziel, möglichst viele Kilometer zu sammeln.
Also, los geht´s! Über den Link bekommt man nähere Infos und kommt zur Anmeldung.

 

 

Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 06. Mai 2021
Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!

Nächster Gottesdienst

Donnerstag, 13.05.2021, 11:00
Himmelfahrt
Sonntag, 16.05.2021, 10:00
Exaudi - online
Sonntag, 23.05.2021, 10:00
Pfingstsonntag
Montag, 24.05.2021, 10:30
Pfingstmontag
Sonntag, 30.05.2021, 10:00
Trinitatis

Impressionen

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Nicolai Wittmund